Katharinafeier 2012

„Maria Magdalena. Über das Verschwinden der Frauen in der kirchlichen Tradition“

Donnerstag, 26. und Freitag, 27. April 2012, Theologische Fakultät der Universität Salzburg, Universitätsplatz 1, 5020 Salzburg

Referentin: Prof.in Dr.in Silke Petersen, Hamburg

Programm:

26.April 2012
17:00 Kulturcafé im TheologInnenzentrum
17:30 Künstlerinnengespräch mit Christine Pott-Schlager zur aktuellen Ausstellung „Titel“ im Sacellum
18:15 Liturgie im Sacellum
19:30 Vortrag mit Diskussion, HS 101

27. April 2012
9:00-12:00 vertiefender Workshop zur Thematik der Katharinafeier, HS 105
 

Maria aus Magdala in der Tradition
Maria aus Magdala bzw. Maria Magdalena ist eine der zentralen Frauengestalten des Neuen Testaments. Sie ist Jüngerin Jesu, verlässt – im Gegensatz zu einigen männlichen Jüngern – Jesus auch bei der Kreuzigung nicht, ist bei der Grablegung anwesend und laut den Evangelisten Matthäus und Johannes Erstzeugin der Auferstehung.

Kontroverse Wirkungsgeschichte einer biblischen Frauengestalt
Anhand der Gestalt Maria Magdalenas werden in der Katharinafeier kirchliche Diskurse über Frauen nachgezeichnet. Dazu wird zunächst die Frage nach der historischen Maria aus dem galiläischen Ort Magdala und ihrer Rolle in der Jesusbewegung und als Zeugin der Auferstehung gestellt werden, um in einem zweiten Schritt den Wandlungsprozess der Magdalenengestalt im Laufe der Zeit nachzugehen: In apokryphen Schriften des frühen Christentums erscheint Maria Magdalena als Lieblingsjüngerin Jesu und empfängt von ihm besondere Offenbarungen. Später wurde sie mit der salbenden Sünderin aus dem Lukasevangelium identifiziert und schließlich zum Inbegriff der reuigen Sünderin und Büßerin. In der Gegenwart schließlich mehren sich Spekulationen, sie sei die Geliebte oder Ehefrau Jesu gewesen. Diese Bilder, die mit Maria aus Magdala verknüpft werden, sagen oft mehr über die jeweilige Zeit als über die historische Figur der Maria aus, haben aber dennoch enorme Auswirkungen auf die kirchliche (Nicht-)Rezeption der Maria Magdalena.

Frauen in der Kirche von heute
Deshalb ist es spannend zu fragen, wie diese zentrale christliche Frauengestalt in der Tradition der Kirche wahrgenommen wurde und ob ihr eine dem historischen Befund entsprechende Bedeutung in der Kirche zugemessen wird. So lassen sich anhand dieser biblischen Frauenfigur dann auch Rückschlüsse auf den heutigen Diskurs über die Rolle der Frauen in der Kirche ziehen.

 

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